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Den wohl größten Einsatz in ihrer Geschichte hatte die FF Scheinfeld am 25. März 1988 zu verzeichnen. In einem Chemiebetrieb der u. a. auch Kaltreiniger aus Kfz-Werkstätten durch Destillation regenerierte, brach um ca. 10.23 Uhr durch einen Defekt in der Destillationsanlage mit nachfolgendem Auslaufen von Thermoöl ein Brand aus, der sehr rasch um sich griff und einen großen Teil des Betriebes erfasste. Trotz Vornahme eines Schaum- und eines B-Rohres war die Ausbreitung des Feuers nicht aufzuhalten. Es erfasste auch einen Stapel von 200 l Fässern. Als nachteilig machte sich vor allem der Löschwassermangel bemerkbar. Der Tank des TLF 16 war binnen kürzester Zeit leer und vom nächstgelegenen Unterflurhydranten (Strichleitung!) konnten nur 500 l/min entnommen werden. Dies reichte nicht aus, um die eingesetzten Rohre laufend zu versorgen. In den darauffolgenden Jahren konnte von der Stadt die Ringleitung geschlossen und dadurch die Wasserversorgung deutlich verbessert werden. Nach eintreffen des Löschfahrzeuges und des Schlauchwagens an der Brandstelle, wurden von dem ca. 500 m entfernten Bach Scheine nacheinander zwei B-Förderleitungen verlegt werden, wobei die FF Markt Bibart an der Saugstelle zum Einsatz kam. Die dritte Förderleitung verlegte der mit dem Löschzug der FF Neustadt/Aisch eingetroffene Schlauchwagen zusammen mit der FF Sugenheim. Nach und nach konnten weitere B- und C-Rohre eingesetzt werden. Dies war auch nötig, da der 200 l Fass-Stapel gekühlt werden musste, weil immer wieder Fässer durch Explosion emporgerissen wurden und eine nicht unerhebliche Gefahr für die eingesetzten Feuerwehrleute bestand. Über der Brandstelle stand ein riesiger Rauchpilz, der zuerst in nördliche Richtung später in nordwestliche Richtung zog. Aus Sicherheitsgründen mussten die Grund- und Hauptschule, das Gymnasium, sowie ein größeres Gebäude vorsorglich evakuiert werden. Nachdem der Brand mit Wasser allein nicht zu löschen war, ließ Kreisbrandrat Schneller die Feuerwehren aus Bad Windsheim und Uffenheim mit Schaum-Wasser-Werfern nachalarmieren. Gleichzeitig wurde alles verfügbare Schaummittel aus Bad Windsheim, Neustadt/Aisch und Scheinfeld nachgefordert. Durch den Einsatz der beiden Schaum-Wasser-Werfer konnte gezielt von zwei Seiten Schaum auf den brennenden Fassstapel (überwiegend Benzin und Petroleum) aufgebracht werden und eine deutliche Löschwirkung erzielt werden. Gegen 13.15 konnte "Feuer in Gewalt" gemeldet werden. Insgesamt wurden ca. 1.000 l Schaummittel verbraucht. Nach dem "Therma-Brand" wurde von der FF Scheinfeld ein Schaum-Wasser-Werfer beschafft, um ein ähnlichen Bränden größere Mengen Wasser oder Schaum mit entsprechender Wurfweite einsetzen zu können. Wie sich bei späteren Untersuchungen herausstellte, waren im Brandrauch nur geringe Mengen an Schadstoffen enthalten. Die zeigten auch Bodenproben. Das Löschwasser staute die FF Scheinfeld auf dem Betriebsgelände auf. Nach dem Einsatz mehrer Tragkraftspritzen mit Entnahme aus den Kanalschächten wurde es im "Kreislaufverfahren" wiederverwendet. Nachdem der Verdacht bestand, dass es chemisch belastet sein könnte, wurde es in den Tagen danach mit Tankfahrzeugen nach Markt Bibart gebracht und in Kesselwagen der Bundesbahn zwischengelagert. Bei Untersuchungen stellte sich heraus, dass das Löschwasser keine schädlichen Substanzen enthielt. Es konnte über die örtliche Kläranlage entsorgt werden. Die Feuerwehr konnte bei dem Einsatz verhindern, dass mehrere Salzsäuretanks im Eingangsbereich des Betriebes in Mitleidenschaft gezogen wurden. Von den ca. 1.000 gelagerten Fässern sind nur etwa 450 verbrannt. Ein derartiger Einsatz stellte die eingesetzten Feuerwehren bei ungünstigen Witterungsverhältnissen (während des Einsatzes regnete es zeitweise sehr heftig) vor eine Vielzahl von gleichzeitig notwenigen Aufgaben, da neben der Brandbekämpfung noch Ölsperren aufgebaut werden mussten. Der Brand beschäftigte noch Wochen danach Stadt, Landratsamt und weitere Behörden. Fast täglich konnte man der Presse Berichte, Leserbriefe und Kommentare entnehmen. Was in einer gemeinsamen Übung der FF Scheinfeld und von Ortsteilwehren im September 1989 noch geprobt wurde, ereignete sich einen Monat später als Ernstfall: Ein amerikanischer Kampfhubschrauber berührte bei Langenfeld eine Starkstromleitung und stürzte ab. Die beiden Besatzungsmitglieder waren beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehren aus Scheinfeld, Langenfeld, und Neustadt/Aisch bereits tot. Mit dem Schaum-Wasser-Werfer wurde der brennende Hubschrauber abgelöscht. Eine Reihe von Einsätzen in und um Scheinfeld erforderte der Anfang Februar wütende Sturm "Wibke". Eine Reihe von Einsätzen verzeichnete das Jahr 1990 weiterhin bei Wohnhaus und Scheunenbränden, Mähdrescher- und Feldbränden sowie Verkehrsunfällen, die immer häufiger den Einsatz von technischer Hilfeleistung verlangten. Ende 1990 konnte das alte Löschfahrzeug (Opel-Blitz Baujahr 1949) restauriert werden. Es strahlt seitdem in neuem Glanz.

 

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