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Große Mühe hatten die Feuerwehren aus Scheinfeld und Umgebung Ende Juni 1978 bei einem Scheunenbrand im eng bebauten Bereich der Kirchstraße/Lange Gasse in Scheinfeld. Das Feuer konnte aber auf seinen Herd begrenzt und größerer Schaden vermieden werden. Bei mehreren Verkehrsunfällen machte sich das fehlen von Ausrüstung für technische Hilfeleistung (hydraulischer Spreizer und Schere) negativ bemerkbar. Die FF Scheinfeld konnte bei Unfällen lediglich den Brandschutz sicherstellen, für die eigentlichen Rettungsarbeit war der Einsatz der Stützpunktfeuerwehr Neustadt/Aisch notwendig. Ende März 1979 war es dann soweit: Die FF Scheinfeld erhielt die Ausrüstung für technische Hilfeleistung.

Nach 12 jähriger Tätigkeit als Kommandant legte Robert Hügelschäfer ebenfalls im März 1979 bei einer Jahreshauptversammlung sein Amt nieder. Nachfolger wurde Heinrich Simon, der bei der Stadt Scheinfeld beschäftigt war. Erstmals seit längerer Zeit konnte die FF Scheinfeld jugendlichen Nachwuchs in ihre Reihen aufnehmen und ausbilden. Die jugendlichen Leute stellten sich ausnahmslos der Jugendleistungsprüfung. Den ersten Einsatz mit technischer Hilfeleistung hatte die FF Scheinfeld am 29. Februar 1980 in Herpersdorf, wo ein PKW am Ortseingang ins Schleudern gekommen und mit der Breitseite auf einen steinernen Gartenpfosten geprallt war, der durch die Frontscheibe ins Wageninnere ragte. Die Fahrerin war im Fahrzeug eingeklemmt. Nach Lösen des PKW vom Gartenpfosten konnte die Fahrerin aus ihrer misslichen Lage befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden. In der Folgezeit häuften sich die Einsätze mit technischer Hilfeleistung. In vielen Fällen konnte die FF Scheinfeld den eingeklemmten Personen rasche Hilfe leisten. Aber es gab auch Tote zu beklagen.

Von einer ursprünglich geplanten Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses sah man 1981 bei der Stadt ab. Man plante einen völligen Neubau auf einem ab 1983 verfügbaren Gelände an der alten Bamberger Straße, aber bereits bei der Jahreshauptversammlung im März 1982 stand fest, dass frühestens 1984 ein Neubau errichtet werden kann. Ende 1982 brannte in Scheinfeld das Kino bis auf die Grundmauern nieder. Die FF Scheinfeld konnte ein übergreifen auf Nachbargebäude verhindern. Seit dieser Zeit existiert in Scheinfeld kein Kino mehr. Bei Schauvorführungen, z. B. dem Tag der offenen Tür, wurde immer wieder um Nachwuchs für die Feuerwehr geworben. 1982 wurde die Jugendfeuerwehr Scheinfeld gegründet. Erst am 29. April 1985 genehmigte der Stadtrat den Plan für einen Neubau eines Feuerwehrgerätehauses an der Karl-Lax-Straße. Mit ihm wurde die Stadt den Bedürfnissen einer Stützpunktfeuerwehr weitgehend gerecht. Der Neubau umfasste eine Wohnung für den Hausmeister, einen Unterrichtsraum, einer Einsatzzentrale, einer Fahrzeughalle mit 6 Ausfahrten, eine Waschhalle, eine Schlauchwaschanlage mit Trockenturm, eine Werkstatt und separatem Atemschutzraum. Im Spätherbst 1986 konnte das neue Gebäude von der Feuerwehr bezogen werden. Damit hat die FF Scheinfeld nach langen Jahren mit provisorischen und sehr mangelhaften Unterkünften endlich ein ihr angemessenes Haus erhalten.

Als erste Feuerwehr im Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim führte die FF Scheinfeld die Ausbildung nach der neuen bundesweiten Feuerwehrdienstvorschrift 2 im Jahre 1985 ein. Diese Ausbildung nahm in den folgenden Jahren einen immer größeren Raum ein. Löschmeister Franz Hufnagel, der selbst an der Feuerwehrschule Würzburg die Qualifikation bei einem Lehrgang erworden hatte, konnte die Feuerwehrleute ausbilden. Einen Wechsel gab es nun an der Spitze der Feuerwehr Scheinfeld: Zum neuen Kommandanten wählte die Mannschaft den bisherigen Stellvertreter Gerhard Knöchlein. Auch ein Wechsel an der Vereinsspitze war zu verzeichnen. Aus beruflichen Gründen trat Peter Korn zurück. Neuer Vorstand wurde Heinrich Teufel. Ende 1986 plante man auf Vorgabe des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutzes die Beschaffung eines Rüstwagen (RW 2) für die Stützpunktwehr Scheinfeld. Er konnte aber aus finanziellen Gründen erst im Jahr 1989 beschafft werden. Ende 1987 musste Kommandant und Kreisbrandmeister Gerhard Knöchlein aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. Neu gewählt wurden der bereits als Kreisbrandmeister fungierende Franz Hufnagel und als Stellvertreter Peter Heim. Anfang 1988 konnte als Pilotprojekt eine neu installierte EDV-Anlage in Betrieb genommen werden. Maßgeblich beteiligt und tätig dafür war der frühere Vorsitzende Peter Korn.