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Kommandant Hügelschäfer setzte sich in den folgenden Jahren sehr für die Ausbildung und Schulung der Scheinfelder Feuerwehrmänner ein. Neben den regelmäßigen Leistungsprüfungen besuchten eine Reihe von Feuerwehrleuten die Feuerwehrschule Würzburg, um z. B. zu Maschinisten oder für Führungspositionen ausgebildet zu werden. Großübungen im Rahmen der alljährlichen Brandschutzwoche sollten die Zusammenarbeit mit Nachbarwehren stärken. Häufig lag aber die Kameradschaft im inneren der Feuerwehr im Argen. Der Übungsbesuch ließ zu wünschen übrig. Trotz zahlreicher Appelle und Zwangsausschlüssen, die die Zahlung der Feuerschutzabgabe zur Folge hatten, blieb dieses Problem, das in jeder Feuerwehr mehr oder weniger anzutreffen war, unlösbar.

Nach 96 Jahren revidierte man die Feuerwehrsatzung von 1873 und beschloss am 27. Januar 1969 eine neue Satzung, die sich an der Mustersatzung für die bayerischen Feuerwehren orientierte. Am 3. März 1970 fasste der Stadtrat den Beschluss, ein neues Löschfahrzeug zu beschaffen. Im Mai 1972 konnten Feuerwehrmitglieder das neue Löschgruppenfahrzeug (LF 8/II) in Ulm abholen. Im Januar 1972 beschaffte der Landkreis Scheinfeld für die Feuerwehren Scheinfeld, Iphofen und Burghaslach Funkgeräte. Im November 1973 beschloss der Landkreis die Kosten für eine Funkalarmierung im darauffolgenden Jahr zu übernehmen. Mit Inkrafttreten der Gebietsreform zum 1. Juli 1972 wurde Kommandant Hügelschäfer von der Regierung von Mittelfranken zum Kreisbrandinspektor ernannt. Sein Aufgabenbereich war neben der Tätigkeit als Kommandant umfasste nun die Betreuung der Feuerwehren des restlichen früheren Landkreises Scheinfeld. Robert Hügelschäfer war Nachfolger des aus beruflichen Gründen zurückgetretenen KBI Winkler aus Niederndorf. Im Mai 1974 begann eine Diskussion um die Notwendigkeit der Beschaffung einer Drehleiter, da die zunehmende Zahl höherer Gebäude in der Stadt diese notwenig erschienen ließ. Gefordert wurde dieses Rettungsgerät vom Landratsamt für Brand- und Katastrophenschutz beim Neubau des Altenheimes in Scheinfeld, wobei das Landratsamt als Mindestanforderung eine dreiteilige Schiebeleiter (nur auf einem Löschfahrzeug LF 16 unterzubringen) oder eine Anhängeleiter (AL 18) zur Auflage machte. Zu einer raschen Beschaffung konnte sich die Stadt nicht durchringen. erst 10 Jahre später konnte die Feuerwehr eine mechanische AL 18 übernehmen.

Mitte der 70er Jahre war das Verhältnis zwischen Feuerwehr und Stadt gespannt. Mehrere Dinge führten zu der Verhärtung. Zum einen fühlte sich die Feuerwehr aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen (im Juli 1974: 64 aktive und 42 passive Mitglieder) von der Stadt zu wenig bei der Werbung um neue Feuerwehrleute unterstützt; es war damals auch kein städtischer Bediensteter aktiv bei der Feuerwehr. Zum anderen beklagte die Feuerwehrführung bei den Stadträten die Kürzung des Etats für die Feuerwehr und das Hinausschieben von wichtigen Beschaffungen (das LF 8/II war bei der Beschaffung nicht mit den erforderlichen Preßluftatmern ausgestattet worden). In diesem Punkt erhielt die Scheinfelder Feuerwehr vom Kreisbrandrat Schützenhilfe. Der Stadtrat reagierte auf die Herbe Kritik mit Empörung und hielt sie für übertrieben und ungerechtfertigt. Zu einem weiteren Konflikt kam es im April 1977 mit der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenberg-Klosterdorf. Zehn Jahre vorher hatten sich beide Feuerwehren auf einen Zusammenschluss geeinigt. Dabei blieb der Verein "Freiwillige Feuerwehr Schwarzenberg-Klosterdorf" selbständig. Im technischen Bereich sollten beide Wehren eine Einheit bilden. Nachdem Kommandant Hügelschäfer rechtliche Bedenken gegen diese "Konstruktion" vorgebracht hatte, entstand 1977 ein Streit, der sich in der Jahreshauptversammlung entlud. Dort verteidigten die Klosterdörfer ihre Eigenständigkeit, so daß den Scheinfeldern nichts anderes übrig blieb, als einen eigenen Vorsitzenden zu wählen. Dies wurde Peter Korn. Ende 1977 wurde dem Kommandanten und Kreisbrandinspektor Hügelschäfer für seine Verdienste im Feuerlöschwesen und der technischen Hilfeleistung das Steckkreuz des Feuerwehrehrenzeichens von Innenminister Dr. Alfred Seidl verliehen.

Ende der 70er Jahre setzte die Diskussion um ein neues, größeres Feuerwehrgerätehaus ein. Mit der Aufstockung des Fahrzeugparks und der Zunahme von technischem Gerät wurde das 1968 eingeweihte Gerätehaus rasch zu klein. Fehlende Sanitär- und Schulungsräume, keine ordentlich ausgerüstete Werkstatt für die zahlreichen Reparaturen, die auch für die Ortsteilfeuerwehren ausgeführt werden mussten, kein eigener Atemschutzraum - dies alles machte einen großzügigeren Neubau unumgänglich.

 

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