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Als ersten Erfolg beim Neuaufbau konnte die Wehr die erfolgreiche Abnahme der Leistungsprüfung der ersten Löschgruppe am 27. Oktober 1963 verzeichnen. Weitere Gruppen folgten im Laufe der folgenden Jahre. Am Jahresende betrug der Mannschaftsstand 60 Aktive. Der Jahresbericht von 1963 schloss mit der Hoffnung auf einen weiteren Aufwärtstrend ab. Überraschenderweise trat Kommandant Kämmerer bereits im Herbst 1964 zurück. Somit konnte er die Verwirklichung des seit 1960 verfolgten Zieles, ein Tanklöschfahrzeug für Scheinfeld anzuschaffen, nicht mehr in seiner Amtszeit erleben. Am 1. Februar 1965 holten dann der neue Kommandant Hans Haas mit weitern Feuerwehrleuten das neue Tanklöschfahrzeug (TLF 16) in Ulm ab. Ausgestattet war das neue Fahrzeug mit einem 150 PS Motor, einem Löschwassertankinhalt von 2.400 Litern und einer Pumpe mit einer Leistung von 1.600 l/min. Da damals kein eigenes Gerätehaus vorhanden war, wurde das Tanklöschfahrzeug in der Feuerwehrgarage untergebracht, das alte LF 8 kam in die Halle des Postautos. Seine Feuertaufe erlebte das neue Fahrzeug am 27. Februar 1965 bei einem Brand zweier Scheunen in Birklingen. Mit dem neuen Fahrzeug wurde die Schlagkraft der FF Scheinfeld entscheidend verbessert. Weitere dringende Neuanschaffungen blieben aber unumgänglich. Am dringendsten war ein neues Feuerwehrgerätehaus und ein Schlauchtrockenturm, da der alte unbenutzbar und seit einem Jahr (1964) außer Betrieb war. Weiterhin benötigte die Feuerwehr dringend Atemschutzgeräte. Drei erhielt die Wehr dann im Februar 1966. Zusätzlich beschaffte der Landkreis Scheinfeld einen Ölschadenanhänger und bestellte einen Schlauchreservewagen, der in Scheinfeld stationiert werden sollte. Damit wurde das Problem des fehlenden Gerätehauses akut, denn die drei Feuerwehrfahrzeuge mussten an drei verschiedenen Orten abgestellt werden. Dies war ein unhaltbarer Zustand. Im August 1966 beschloss der Stadtrat dann endlich, neben der ehemaligen Bullenhaltung eine alte Scheune abzureißen und dort ein Feuerwehrgerätehaus zu erbauen. Die Kosten waren mit rund 77.000,- DM veranschlagt, wobei mit erheblichen Eigenleistungen der Feuerwehrleute gerechnet wurde. Bereits im Dezember 1966 war der Rohbau fertig, aber erst Ende 1967 konnte das Gerätehaus als provisorisch bezugsfertig gelten. Am 15. September 1968 wurde das Gebäude dann offiziell der Feuerwehr übergeben. Bereits bei der Einweihung wurde jedoch die Frage laut, ob das Gerätehaus für eine Stützpunktfeuerwehr nicht zu klein ausgefallen sei. Zunächst konnten aber alle Fahrzeuge einschließlich des Schlauchreservewagens (SW 1000) in einem Gebäude untergebracht werden.

Zum 1. Februar 1967 legte Hans Haas sein Amt als Kommandant nieder. In einer der betrüblichsten Generalversammlungen am 4. März 1967 wurde Hans Haas trotz seiner öffentlich vorgetragenen Rücktrittsabsichten wiedergewählt, nachdem sich die Feuerwehr bereiterklärt hatte, ihm ein monatliches Fixum für seine Verdienstausfälle zu bezahlen, da die Stadt eine Übernahme dieses Betrages verweigert hatte. Zunächst nahm Haas die Neuwahl an, trat aber am anderen Tag endgültig zurück. Eine Zahlung der Entschädigung aus der Feuerwehrkasse war für ihn nicht zu ertragen. Gleichzeitig trat er ganz aus der Feuerwehr aus und stellte seinen Posten als Kreisbrandmeister zur Verfügung. In der am 22. April 1967 durchgeführten Versammlung wurde der bisherige zweite Kommandant Robert Hügelschäfer nahezu einstimmig zum neuen ersten Kommandanten gewählt. Neben gelegentlichen Alarmierungen an die Autobahn A 3 (20 km entfernt!), stellten Scheunen- und Stallbrände weiterhin den größten Anteil bei den Einsätzen. Im August 1965 brannten wegen eines defekten Häckslers zwei Scheunen und Stallungen in Lerchenhöchstadt nieder. Bei der Brandbekämpfung bewährte sich das neue Tanklöschfahrzeug erneut, das zusammen mit dem Fahrzeug aus Neustadt/Aisch im Pendelverkehr Löschwasser herbeischaffte. Feuerwehren aus dreizehn Gemeinden wurden am 16. Juni 1966 nach Burghaslach gerufen, wo ein Blitzschlag eine Scheune in Brand setzte. Sie konnten zwar das Übergreifen des Feuers auf ein Wohnhaus verhindern, aber zwei Scheunen, Ställe und Schweineställe in dem dichtbebauten Ortskern brannten völlig nieder. Eine größere Katastrophe verhinderte die Feuerwehr bei einem Großbrand in Markt Bibart, als mitten im Ort ein Feuer ausgebrochen war. Zahlreiche Scheunen, Stallungen und sonstige Nebengebäude wurden vernichtet. Bei einem Großbrand in Neustadt/Aisch im Juni 1969 wurden drei Scheunen völlig zerstört und zwei Wohnhäuser stark beschädigt. Dank der vorbildlichen Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Neustadt/Aisch, Scheinfeld, Emskirchen und Wilhermsdorf konnte ein weiteres Übergreifen des Feuers auf Nachbargebäude verhindert werden.