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Am Ende des Krieges, kurz nachdem der Raum um Scheinfeld von den Amerikanern besetzt worden war, fragte der Bürgermeister von Scheinfeld bei der alliierten Militärkommission an, ob die Feuerwehr auch in der Zeit der nächtlichen Ausgangssperre im Notfall ausrücken dürfe. Eine Antwort ist nicht überliefert. Im September 1945 wurden alle Mitglieder der Feuerwehren auf ihre politische Gesinnung überprüft. Im Rahmen der Aktion wurden viele Feuerwehrführer und -männer verhaftet. In Scheinfeld z. B. der Bezirksbrandinspektor Karl Lax und der während des Krieges als Wehrführer in Scheinfeld tätige Herr Kuch.

Nach der Auflösung der alten Feuerwehrorganisation musste ein völliger Neuanfang gemacht werden. Am 22. November 1947 fand im Saale des Gasthauses "Weißes Roß) in Scheinfeld, eine Wiedergründungs- und Generalversammlung statt, die der nunmehrige Kommandant Fritz Mergenthaler leitete. 49 ehemalige Mitglieder der Feuerwehr hatten einen neuen Kommandanten und eine neue Vorstandschaft zu wählen. Kommandant und gleichzeitig 1. Vorstand wurde Fritz Mergenthaler, sein Stellvertreter wurde Max Werner. In den folgenden Jahren musste die Scheinfelder Feuerwehr neu organisiert und ausgestattet werden. Bereits bei der Generalversammlung im November 1950 waren erste Erfolge zu verzeichnen. Im Frühjahr 1950 konnte ein Löschfahrzeug (LF 15) auf einem 1,5 Tonnen Opel-Blitz-Fahrgestell beschafft werden, zu dem der Landkreis und der Freistaat Bayern Zuschüsse gewährten. Außerdem wurden durch die Stadt 470 Meter B-Schlauch, 120 Meter C-Schlauch sowie 50 Schutzanzüge und ein Schaumgerät der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. die technische Ausrüstung war in Ordnung. Was Anlass zur Sorge gab, war der Umstand, dass nur 26 von 123 Mitgliedern zur Generalversammlung erschienen waren. Dies bewog den Bürgermeister und auch den Kreisbrandinspektor zu heftigen Klagen über mangelnden Idealismus. Dieser bedauerliche Zustand blieb in den frühen 50er Jahren akut.

Vorwiegend waren es Scheunenbrände, die alljährlich mehrmals den Einsatz der Scheinfelder Feuerwehr erforderlich machten. Meist wurden die Gebäude zusammen mit den in ihnen gelagerten Erntevorräten und den untergestellten Maschinen ein Raub der Flammen. In den meisten Fällen konnte das Wohnhaus gerettet werden. Als Stützpunktfeuerwehr wurden die Scheinfelder zu allen größeren Bränden im Landreis gerufen. Aus dem Rahmen fiel jedoch der Großbrand im Kloster Schwarzenberg am 23. Juni 1960, dem der gesamte Klostertrakt und die Klosterkirche zum Opfer fielen. Dank des beherzten Einsatzes der Feuerwehrleute konnte die Maria-Hilf-Kapelle gerettet werden. Außer der Ortswehr kamen auch Feuerwehren aus weiter entfernten Ortschaften wie z. B. die aus Neustadt a. d. Aisch, Iphofen und Kitzingen zum Einsatz. Dichter Qualm machte den Einsatz bei einem Brand in einem Scheinfelder Bekleidungshaus im März 1961 besonders schwierig, da die Freiwillige Feuerwehr Scheinfeld zu diesem Zeitpunkt noch nicht über schweres Atemschutzgerät verfügte. Durch die Entschlossenheit und große Tatkraft der Wehrmänner konnte der Einsatz jedoch gut bewältigt werden. Vier Wohnhäuser und sechs Scheunen wurden bei einem Großfeuer am 31. August 1961 in dem kleinen Dorf Frankenfeld vernichtet. Feuerwehren aus den Landkreisen Neustadt/Aisch, Scheinfeld, Uffenheim, Fürth (Bayern), Kitzingen und Ansbach wurden zur Brandbekämpfung alarmiert. Ein schadhaftes Abzugsrohr am Dachboden des damaligen Scheinfelder Kindergartens sorgte für erhebliche Aufregung. Der entstandene Schwelbrand konnte jedoch schnell gelöscht werden.

Einen notwendigen organisatorischen Neuanfang strebte die Scheinfelder Feuerwehr mit der Wahl Heinrich Kämmerers zum neuen Kommandanten am 24. Mai 1963 an. Einen bezeichnenden Stimmungsbericht gibt ein Zeitungsartikel über die Hauptversammlung: Die Feuerwehr der Kreisstadt gab schon zu mancher Diskussion Anlass und nicht immer wurde ihr dabei ein gutes Zeugnis ausgestellt. Schuld daran dürfte vermutlich sein, dass nicht die erforderliche Zahl der Löschgruppen vorhanden ist. Dabei wird aber ganz übersehen, dass fast bei allen Brandfällen im Landkreis - und das waren im letzten Jahr nicht wenige - immer die Scheinfelder Wehr mit ihrem Löschfahrzeug alarmiert wurde und zu den Brandherden eilte. Es ist also nicht ganz richtig, wenn so oft davon gesprochen wurde, dass die Kreisstadt keine Feuerwehr hat. Richtig dürfte sein, dass es bisher fast immer die gleichen Männer waren, die bei den Einsätzen mitfuhren.

 

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